Attitude eats method for breakfast

Gestern sitze ich mit einem neuen guten Freund, Ende zwanzig, zusammen. Er möchte gerne etwas unternehmen, etwas bewegen, etwas Sinnvolles machen. Gesellschaftlichen Wandel bewirken, Menschen inspirieren und sie dafür begeistern selbst zu wirken. Seine ersten Gedanken dazu: ein Logo, eine Website. An der Uni einen ersten Testballon starten. Keine Inhalte, sondern nur Form. Und schon waren Grenzzäune im Kopf gezogen, die den freien Blick versperren.

Wir hatten vorher lange über Veränderung und Entwicklung gesprochen – frei und ohne Grenzen. Haben uns getraut, Dinge in Frage zu stellen, die „man“ so macht. Als es um sein eigenes Ding ging, war die Freiheit im Kopf weg. Es regierten die Stimmen der Vorsicht, des fehlenden Zutrauens in sich und das Leben. Ich fand es spannend zu beobachten, wie seine Perspektiven weniger wurden und dafür seine Unsicherheit zunahm.

Ich fragte ihn: “Wie sieht ein ideales Seminar für dich aus? Nicht nur so ungefähr, sondern ganz genau. Was geschieht in Minute 1, in Minute 2? Oder gibt es gar keinen Ablauf? Ist ein Seminar überhaupt die richtige Form? Kannst du damit überhaupt etwas bewirken? Und wenn ja, was? Wie sehe das Angebot aus, wenn du keine Grenzen im Kopf zulässt? Die Stimmen ignorierst, die sagen ‘Das kann ich noch nicht’, ‘Mir fehlen die finanziellen Mittel’ oder ‘Das will doch keiner wissen’?”

Und dann ging es los: Wir öffneten uns und fingen an, die verrücktesten Ideen zu entwickeln. Eine, zwei, drei – wir hätten hundert denken können. Und er fing an zu leuchten, sich aufzurichten, sich zu begeistern, zu träumen. Das hat mich dankbar und glücklich gemacht.

Am Ende sagte er: “Ich werde nachdenken und gleichzeitig an Logo und Website basteln. Das gibt mir Sicherheit. Nur bewusster.”