Mach(t)

Die Kraft und Macht des “Machens” ist gewaltig und wird gewaltig unterschätzt.

Oft denke ich: „Das wäre doch cool!“, „Wenn das jetzt so wäre…” oder  „Was wäre wenn?”. Und fast genauso oft ärgere ich mich, dass ich nichts dafür oder dagegen getan habe. Die T0-Do- und Wunschlisten sind lang bei uns allen. Nur Machen scheint oft so schwierig. Womit denn anfangen? Muss das heute sein? Können das nicht andere machen? Was passiert, wenn es nicht klappt wie gewünscht? Was werden die anderen dann denken? Und so verharren wir, überwältigt von der Menge und unserer Bequemlichkeit, im Nichtstun. Leider sind nur die wenigsten Menschen cool damit. Bei vielen ist das Ergebnis eher Ärger, Frust und Stillstand.

Was tun, um der Falle zu entkommen?

Die Zauberformel ist einfach. Sie lautet: Anfangen, irgendetwas zu tun. Mit dem nächsten „Das wäre doch cool!“. Mit dem ersten Gedanken auf der Hirnliste. Jetzt. Ohne Erwartungen an das Ergebnis. Einfach anfangen. In ganz kleinen Schritten. Beim Vorbeigehen am vollen Mülleimer nicht denken „der müsste mal wieder ausgeleert werden“, sondern ihn einfach rausnehmen, rausgehen, die Mülltonne aufmachen und reinschmeißen. Dauert genau 2 Minuten, wenn ihr nicht in einem Schloss mit Park wohnt. Die Glühbirne auswechseln, die seit Monaten kaputt ist. Eine Kniebeuge machen. Jetzt 5 Minuten mit den Kindern puzzeln.

Die Belohnungen sind gewaltig.

Erleichterung. (Selbst)Vertrauen. Verbindung – mit sich selbst und anderen. Entwicklung. Nächste Schritte.

Meine Erfahrungen sind da eindeutig. Jedes Machen hat sich gelohnt. Manchmal hat es einfach funktioniert. Manchmal hat sich etwas ganz anderes daraus entwickelt. Manchmal bin ich gescheitert. Aber immer habe ich mich weiterentwickelt. Habe neue Menschen kennengelernt. Neue Saiten in mir zum Klingen gebracht. Neue Ideen geboren.

Über das Machen wurden schon so viele Texte geschrieben. Und jeder weitere lohnt sich. Wir können uns nicht oft genug zum Anfangen und Machen einladen. Übrigens: Dieser Text war gerade  “Einfach machen”. Ohne Anspruch auf Perfektion und ohne Erwartungen. Und das tat mir gut.