Ruhig, Brauner

Mir liegt die Bildung und Entwicklung unserer Kinder (speziell meiner) sehr am Herzen. Unsere Gesellschaft braucht Menschen, die verantwortungsvoll mit sich und unserer Welt umgehen. Dem deutschen Schulsystem traue ich allerdings aktuell nicht zu, dazu einen relevanten Beitrag zu leisten. Ich gehe hier nicht darauf ein, was genau mich daran stört und wie ich mir Bildung und Entwicklung von Kindern vorstelle. Vielmehr geht es mir heute darum, wie schwer es ist, Veränderungen zu bewirken.

Mein Sohn ist sechs Jahre alt und wird dieses Jahr eingeschult. Im Vorfeld haben meine Frau und ich uns sehr viele Gedanken gemacht, auf welche Schule wir ihn schicken wollen. 300 Meter von unserem Haus entfernt ist eine staatliche Grundschule – mit gutem Ruf und klassischem Aufbau. Wir haben uns auch Schulen mit alternativen Konzepten angeschaut. Um es vorweg zu nehmen: Wir haben uns für die Schule bei uns im Viertel entschieden. Warum?

  • Wir wissen nicht, ob die anderen Schulen wirklich besser für unseren Sohn geeignet sind.
  • Ein Konzept allein reicht nicht  – es kommt immer auf die Menschen an. In diesem Fall auf die Lehrerinnen und Lehrer. Und diese lerne ich auch auf alternativen Schulen nicht vor der Anmeldung kennen.
  • Die Nähe zur Schule macht unseren Alltag deutlich leichter. Alle alternativen Schulen waren weiter weg.
  • Mit der Schule um die Ecke sind auch seine Freunde um die Ecke. Die kann er einfach treffen, ohne weite Wege für ihn oder für uns in Kauf nehmen zu müssen.
  • Wir kümmern uns selbst sehr um die Bildung unserer Kinder und werden das nicht allein einer Schule überlassen. Deshalb sage ich mir: Das klassische Schulsystem kann bei meinem Sohn nicht wirklich Schaden anrichten.

Ich wünsche mir wirklich sehr eine andere Art von Förderung und Bildung für meinen Sohn. Trotzdem habe ich mich für die klassische Schule um die Ecke entschieden. Veränderung geht eben nur in kleinen Schritten. Und ich darf praktikable und etablierte Strukturen nicht überfordern.

Ich kann die gewünschte Veränderung aber bei mir selbst beginnen lassen und dadurch meinem Sohn das vorleben, was mir wichtig ist. So findet dann eben doch Veränderung statt – langsam und in kleinen Schritten.

Gilt gleiches auch für Unternehmen?